Sonntag, 3. Juli 2011

Cryozone - Cailleteau/Bajram/Breton - 1996




Inhalt
Die stolze U.N.S.S Neil Alden Armstrong ist das erste Schiff, dass die Erde zur Kolonisierung eines entlegenen Planeten auf den Weg schickt. An Bord ruhen 9600 Männer und Frauen im tiefen Schlaf in ihrer Kryokammern, um die Reisedauer von 20 Jahren zu überstehen, während dem ein 400 mann starkes Team über sie wacht.

Doch bald erschüttert eine Explosion an Bord die tägliche Reiseroutine. Die lebenserhaltenden Systeme sind beschädigt worden. Um das Leben der krygenesierten Kolonisten zu bewahren, sieht sich das Tea gezwungen, die Siedler unter Missachtung jeglicher Sicherheitsvorschriften wieder aufzuwecken.
Originall Text

Filmreif
Der Band stammt aus dem Jahre 1996, von daher kommen die graziösen Bilden schon ein wenig old schoolig daher. Thierry Cailleteau konstruiert hier eine Handlung die sich ganz dem Film verschreibt. Das Szenario gäbe einen unterhaltenden Sc Fi Horror Thriller ab, aber ohne die unterschwellige Botschaft aus den Augen zu verlieren. Denn die Geschichte ist so richtig auserzählt. Besonders das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Korruption und der Gier der Menschen und deren Auswirkung auf das bevor stehende Szenario. Das Werk ist tatsächlich wie ein Script bzw. ein Filmdrehbuch geschrieben. Bildfolgen zwischen Spannungsbogen legitimiert das lesen. Hier fehlt nur noch ein Goldsmith Soundtrack im Hintergrund und um die vornehmlichen Passagen zu untermalen. Aber all dies geschieht im positiven Sinn, denn der Figurenaufbau ist genial strukturiert um der Leser kann sich gleich an die Figuren eingewöhnen. Hätte auch hier gerne auf aufgeschrien: „Was für eine Besetzung.“

Nach dem dann die Rollen verteilt sind, folgt man dem Plot durch das Raumschiff. Eine überzeugende Atmo die in sich stimmig ist und bis zu dem Auftritt der Zombies eigentlich eher dogmatisch daher kommt. Aber auch nach dem Einführen der Untoten, bleibt der Band natürlich seiner Grundidee treu, es ist Sc Fi. Zwar gibt es einige recht harte Gore Einlagen, aber nicht genug um den Horrorfan an der Hand zu behalten. Denn der Zeichner Denis Bajram mit seinen begeisternden Panels hält voll drauf. Man sollte jedoch ein gewissen Interesse an einer angedeuteten Space Opera auf bringen, denn für den Splatterfan kommt hier zu wenig, aber das ist auch nicht das Werkzeug des Bandes.

Durch die Bank gibt es zwar recht wenig Zombie Zeichnungen, denn Schwerpunkt ist das Szenario zwischen Gut und Böse. Dieses Wechselspiel nimmt gut ¾ des BD ein, hinzu kommt das gerade das erste und der Anfang des zweiten Kapitels sehr textlastig ist. Aber keine Angst der Band geizt nicht mit Bildern und deren teils frappierenden nostalgischen Colorationen. Sie enthalten zwar viel technisches Interieur, jedoch ist dies nicht mit modernen Zeichnungsstilen Tod komprimiert. Mich hat das ganze Ding sehr nostalgisch gemacht und macht Lust auf mehr Archivmaterial.



Der Band kommt in einem schicken Cover daher und beinhaltet ein Making off. Hier wird dem Leser dann wiederum bewusst dass Cailleteau sich für dieses hinreissende Kleinod von Filmen beinflussen liess. Es werden gezielt Filmfiguren erwähnt aus denen dann später die Charaktere von Cryozone geboren wurden. Bestätigte meine Annahmen die zu Beginn des BD in Richtung Film gingen. Besonders die Action wäre hier hervor zu heben, denn die weisst viele Querverweise zu Filmen auf, auf die ich aus Spoilergründen nicht darauf eingehen möchte. Lasst euch überraschen, der Purist unter den Comic Lesern wird dieses Schaustück lieben.

Cryozone erzählt nicht nur die Geschichte von Zombies im Weltall sondern er verewigt auch drei Künstler die mir selber sehr nahe liegen. Erstmalig mit der berauschenden Originacoloration von Florence Breton (Moebius/Giraud) wird das Szenario vom Aquablue Schöpfer Cailleteau auf den damaligen unbekannten Zeichner und späterer Autor von Uiversal War One, auf Denis Bajram treffen. Ein kleines Treffen der Giganten!
9/10

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